Welche Aktien sind im SPDR MSCI ACWI IMI ETF? Die Bestände

Der SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF ist eine der breitesten Möglichkeiten, den globalen Aktienmarkt in einem einzigen Fonds abzubilden. Er wird unter zwei Tickern gehandelt — SPYI für die thesaurierende und SPSA für die ausschüttende Anteilsklasse — und gibt europäischen Anlegern zusammen Zugang zu nahezu dem gesamten investierbaren Aktienuniversum in einem Produkt. Trotzdem kennen die meisten Anleger den Werbespruch (“die ganze Welt”) deutlich besser als das, was tatsächlich enthalten ist.

Wenn Sie SPYI oder SPSA besitzen oder den Fonds gegen einen wie den VWCE abwägen, finden Sie hier einen detaillierten Blick auf das, was wirklich in Ihrem Investment steckt.

Was bedeutet MSCI ACWI IMI eigentlich?

Der Name verschlüsselt genau, was der Fonds abbildet. ACWI steht für “All Country World Index” — er kombiniert Industrieländer (USA, Europa, Japan und so weiter) mit Schwellenländern (China, Indien, Taiwan, Brasilien und andere). IMI steht für “Investable Market Index”, und dieser Teil hebt ihn von anderen ab.

Ein klassischer ACWI-Index hält Large-Cap- und Mid-Cap-Unternehmen. Die IMI-Variante fügt zusätzlich Small Caps hinzu, was die Abdeckung auf rund 99% der globalen investierbaren Marktkapitalisierung anhebt. Praktisch heißt das: Der Index reicht deutlich weiter die Größenskala hinunter als die meisten “Welt”-ETFs.

Das ist der entscheidende Unterschied zum FTSE-All-World-Index hinter dem VWCE, der nur Large und Mid Caps erfasst. Wer den direkten Vergleich sucht, findet in unserer Aufschlüsselung dazu, welche Aktien im VWCE ETF stecken, denselben Detailgrad. Kurz gesagt: ACWI IMI ist am unteren Ende breiter und hält mehrere Tausend zusätzliche kleine Unternehmen — deshalb umfasst der SPDR-Fonds über 4.500 Positionen gegenüber rund 3.700 beim VWCE.

Die größten Positionen: vertraute Giganten an der Spitze

Trotz der Tausenden Small Caps am unteren Ende ist der SPDR MSCI ACWI IMI ETF nach Marktkapitalisierung gewichtet, sodass die größten Unternehmen weiterhin dominieren. Die Small Caps bringen Breite, kein Gewicht — zusammen machen sie nur einen einstelligen Prozentanteil des Fonds aus. Der obere Teil der Liste sieht aus wie bei jedem globalen Aktien-ETF:

  1. Apple — durchgängig unter den ein bis zwei größten Positionen
  2. Microsoft — getrieben von Cloud und Unternehmenssoftware
  3. NVIDIA — befeuert von KI- und GPU-Nachfrage
  4. Amazon — E-Commerce und AWS-Cloud-Infrastruktur
  5. Alphabet (Google) — Class-A- und Class-C-Aktien kombiniert
  6. Meta Platforms — soziale Medien und Werbung
  7. Taiwan Semiconductor (TSMC) — der weltweit führende Chiphersteller
  8. Broadcom — Halbleiter und Infrastruktursoftware
  9. Tesla — Elektrofahrzeuge und Energie
  10. JPMorgan Chase — die größte US-Bank

Die Top 10 machen typischerweise rund 18-20% des gesamten Fonds aus. Die Namen verschieben sich mit den Märkten, doch das Bild ist stabil: Eine Handvoll US-Mega-Cap-Technologiekonzerne sitzt im Zentrum. Das ist keine Entscheidung des Fondsanbieters — es spiegelt direkt wider, wo der globale Marktwert heute konzentriert ist.

Länderallokation: weiterhin US-lastig

Da der Fonds Unternehmen nach Marktkapitalisierung gewichtet, erhalten Länder mit den größten Aktienmärkten den größten Anteil. Das geografische Profil ähnelt daher anderen All-World-Fonds, mit den USA an der Spitze.

Ungefähre Länderaufteilung

  • USA: rund 60-63%
  • Japan: rund 5-6%
  • Vereinigtes Königreich: rund 3,5%
  • China: rund 2,5-3%
  • Kanada: rund 2,5%
  • Frankreich: rund 2,5%
  • Schweiz: rund 2%
  • Indien: rund 2%
  • Deutschland: rund 2%
  • Australien: rund 1,5-2%
  • Übrige Länder: der Rest

Auch wenn die IMI-Struktur Tausende Small Caps hinzufügt, verändert sie die Ländermischung nicht wesentlich — die Small Caps verteilen sich über dieselben Märkte in etwa denselben Anteilen. Ihr “alle Länder, alle Größen”-Fonds ist also im Kern weiterhin ein US-lastiges globales Portfolio.

Das Bull-Szenario: Große US-notierte Konzerne erwirtschaften ihre Umsätze weltweit, ein US-Gewicht ist daher keine reine Wette auf die US-Wirtschaft.

Das Bear-Szenario: Über ein Jahrzehnt US-Outperformance hat Bewertungen und Indexgewichte gehoben; kehrt sich das um, bekommt ein so US-lastiger Fonds das zu spüren.

Wichtiger als der genaue Prozentwert an einem einzelnen Tag ist das Verständnis dieser Konzentration — weshalb ein Werkzeug, das die aktuelle Aufteilung live zeigt, nützlicher ist als ein statisches Factsheet.

Sektorverteilung: ein klarer Tech-Tilt

Die Sektorgewichtung ist breit, aber ungleich, und Technologie führt mit großem Abstand — wiederum eine direkte Folge der Mega-Caps an der Spitze.

Ungefähre Sektoraufteilung

  • Technologie: rund 24-26%
  • Finanzwerte: rund 15-16%
  • Gesundheit: rund 10-11%
  • Zyklischer Konsum: rund 10%
  • Industrie: rund 10%
  • Kommunikationsdienste: rund 7%
  • Basiskonsumgüter: rund 6%
  • Energie: rund 4-5%
  • Rohstoffe: rund 4%
  • Versorger: rund 3%
  • Immobilien: rund 2-3%

Das Technologiegewicht bedeutet, dass der Fonds stark von der Tech-Sektorentwicklung beeinflusst wird — geraten Chip- und Softwareaktien unter Druck, kann ein “Welt”-Fonds stärker fallen, als sein diversifiziertes Etikett vermuten lässt. Finanzwerte und Gesundheit wirken als teilweises Gegengewicht, da sie sich über den Zyklus anders verhalten als Technologie.

Industrie- vs. Schwellenländer

Der Fonds hält Industrie- und Schwellenländer in einer Hülle, mit einer Aufteilung von etwa:

  • Industrieländer: rund 88-90%
  • Schwellenländer: rund 10-12%

Das Schwellenländer-Engagement stammt vor allem aus China, Indien, Taiwan, Südkorea, Brasilien und Südafrika. Das ist niedriger, als viele Einsteiger erwarten: Selbst ein “All Country”-Fonds ist stark industrieländerlastig, weil dort die Marktkapitalisierung sitzt. Taiwan veranschaulicht das gut — TSMC allein gibt einem einzigen taiwanesischen Unternehmen mehr Gewicht als mehreren ganzen Industrieländern.

Zum Vergleich treffen andere breite Weltfonds hier andere Designentscheidungen. Der Amundi Prime All Country World ETF bildet die ACWI-Methodik eines anderen Indexanbieters ab, während der Gerd Kommer ETF bewusst auf Faktoren setzt und das US-Gewicht begrenzt, statt der reinen Marktkapitalisierung zu folgen. Wer einen regelbasierten, aktiv rebalancierten globalen Ansatz sucht, findet im Global Portfolio One von Andreas Beck noch einen anderen Weg.

SPYI vs. SPSA: Welche Anteilsklasse sollten Sie halten?

Beide Ticker bilden denselben MSCI ACWI IMI Index ab und halten im Wesentlichen dieselben Unternehmen. Der Unterschied liegt darin, was mit den Dividenden der zugrunde liegenden Aktien geschieht:

  • SPYI (Thesaurierend): Dividenden werden automatisch im Fonds wieder angelegt. Sie erhalten keine Barausschüttung. In vielen europäischen Ländern ist dies für langfristige Buy-and-hold-Anleger die steuerlich effizientere Wahl, weil der steuerpflichtige Zufluss einer Ausschüttung entfällt.
  • SPSA (Ausschüttend): Dividenden werden planmäßig auf Ihr Depotkonto ausgezahlt. Manche Anleger bevorzugen den regelmäßigen Cashflow, oder ihre Steuersituation macht es ohnehin neutral.

Eine Feinheit, die man kennen sollte: Da die beiden Anteilsklassen getrennt verwaltet werden, werden ihre veröffentlichten Bestandslisten als separate Datensätze gepflegt und können sich im langen Schwanz der kleinen Positionen leicht unterscheiden, obwohl Index und grobe Allokation identisch sind. Wer eine bestimmte Anteilsklasse hält, sollte deren tatsächliche Bestände ansehen, statt anzunehmen, sie seien Byte für Byte gleich.

Warum es zählt zu wissen, was man besitzt

Passiv investieren heißt nicht uninformiert investieren. Die Zusammensetzung Ihres ETFs zu kennen hilft Ihnen:

  • Konzentrationsrisiko einzuschätzen: Besitzen Sie zusätzlich einzelne US-Tech-Aktien, kann Ihr Gesamtportfolio weit konzentrierter sein, als das “Welt-ETF”-Etikett vermuten lässt.
  • Sinnvolle Rebalancing-Entscheidungen zu treffen: Zu wissen, dass der Fonds bereits ~60% USA hält, zeigt, dass ein zusätzlicher S&P-500-ETF vor allem nachdoppelt, während ein Small-Cap- oder Schwellenländer-Tilt echte Diversifikation bringt — und dass Sie mit IMI diese Small Caps bereits besitzen.
  • In Volatilität ruhig zu bleiben: Wenn Tech fällt und Ihr “Welt”-Fonds folgt, erklärt das Verständnis der Sektorgewichte das Warum und verhindert Panikverkäufe.

Die Bestände des SPDR MSCI ACWI IMI im Detail erkunden

Die offizielle Bestandsdatei auf der Anbieterseite ist eine Tabelle mit Tausenden Zeilen — korrekt, aber kaum sinnvoll zu durchforsten, und sie trennt die beiden Anteilsklassen für Laien nicht sauber.

SpiderLens wurde gebaut, um das praktikabel zu machen. Die App verfolgt gezielt den SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF, mit voller Unterstützung für SPYI (thesaurierend) und SPSA (ausschüttend) — jeweils mit eigener Bestandsliste. Sie können alle über 4.500 Positionen durchsuchen, nach Unternehmen, Land, Sektor oder ISIN filtern und geografische sowie sektorale Aufschlüsselungen auf einen Blick sehen. Daneben zeigt sie den Live-NAV in 10 Währungen, historische Charts mit gleitenden Durchschnitten über 38/50/100/200 Tage, einen eigenen Drawdown-Chart und Statistiken wie CAGR, Volatilität und besten/schlechtesten Tag. Alles läuft lokal und privat auf iPhone, iPad, Apple Watch und Mac — keine Konten, kein Tracking.

Ob dieser Fonds der Kern Ihres Portfolios ist oder etwas, das Sie noch recherchieren: Die echten Bestände durchforsten zu können — statt nur ein einseitiges Factsheet zu lesen — macht aus einem passiven Halter einen informierten Anleger. Zu wissen, was in den eigenen Investments steckt, hat nichts mit aktivem Management zu tun; es geht darum zu verstehen, was man besitzt und warum es sich so verhält, wie es sich verhält.

FAQ

Was bedeutet IMI in MSCI ACWI IMI?

IMI steht für Investable Market Index. Ein klassischer ACWI deckt Large Caps und Mid Caps ab; die IMI-Variante ergänzt zusätzlich Small Caps und erreicht damit rund 99 % der globalen investierbaren Marktkapitalisierung. Deshalb hält der SPDR-Fonds über 4.500 Positionen — mehrere Tausend mehr als reine Large-und-Mid-Cap-Welt-ETFs wie der VWCE.

Was ist der Unterschied zwischen SPYI und SPSA?

Beide Anteilsklassen bilden denselben MSCI ACWI IMI ab. SPYI ist thesaurierend: Dividenden werden automatisch im Fonds reinvestiert, und es erfolgt keine Ausschüttung — für viele europäische Langfristanleger steuerlich vorteilhafter. SPSA ist ausschüttend und zahlt Dividenden auf das Depot aus. Die zugrunde liegenden Positionen sind im Wesentlichen identisch.

Warum hat ein Welt-ETF noch immer rund 60 % USA-Anteil?

Der Fonds gewichtet jedes Unternehmen nach Marktkapitalisierung, sodass Länder mit den größten Aktienmärkten automatisch den größten Anteil erhalten. Da US-Unternehmen die globale Marktkapitalisierung dominieren, entfallen rund 60–63 % des Fonds auf die USA. Das spiegelt die tatsächliche Verteilung globalen Börsenwerts wider, keine aktive Entscheidung des Fondsmanagers.

Verändern die Small Caps im ACWI IMI das Verhalten des Fonds spürbar?

Small Caps erhöhen die Anzahl der Positionen deutlich, tragen aber kaum zum Gewicht bei. Da der Fonds marktkapitalisierungsgewichtet ist, macht das Small-Cap-Segment insgesamt nur einen einstelligen Prozentsatz des Fondsvermögens aus. Der praktische Nutzen liegt in der breiteren Diversifikation am unteren Ende der Größenskala, während die Mega-Caps die tägliche Performance weiterhin dominieren.